Begriffe

Nachfolgend finden Sie eine Erläuterung verschiedener wichtiger Begriffe zum Thema Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung

„Umgebungslärm“ sind belästigende oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien, die durch Aktivitäten von Menschen verursacht werden.

Die EG-Umgebungslärmrichtlinie zählt darunter Lärm, der durch Straßenverkehr, Schienenverkehr und Flugverkehr auf Straßen und Schienenstrecken und bei Flughäfen verursacht wird. Dazu zählt auch Lärm, der von Industrie– und Gewerbeanlagen ausgeht.

Mit der EG-Umgebungslärmrichtlinie gibt es erstmals einen gemeinsamen europäischen Ansatz zur Minderung der Lärmbelastung der Bevölkerung. Dabei werden nach vergleichbaren Verfahren Lärmschwerpunkte durch eine umfassende, strategische Lärmkartierung ermittelt.

Nachbarschaftslärm, Veranstaltungslärm oder Lärm von Sportanlagen fällt nicht darunter.

Auf der Grundlage des Paragrafen 47f Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) trat am 16. März 2006 die „Verordnung über die Lärmkartierung – 34. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV)” in Kraft. Die 34. BImSchV regelt die Kartierung von Umgebungslärm und konkretisiert die Anforderungen an Lärmkarten nach Paragraf 47c des BImSchG. Sie definiert die zu verwendenden Lärmindizes.

Die Lärmbelastung wird grundsätzlich berechnet. Auf diese Weise existiert ein europaweit einheitliches Verfahren zur Ermittlung der Lärmbelastung der Bevölkerung. Die Berechnung ermittelt eine mittlere Lärmbelastung im jeweiligen Bewertungszeitraum unabhängig von tageszeitlichen Schwankungen.

Da die einzelnen Schallquellen unterschiedliche Charakteristiken aufweisen, exisitieren eigenständige Berechnungsverfahren für Straßenlärm, Schienenlärm, Fluglärm und Industrielärm.

Schall beschreibt in der Physik allgemein alles, was der Mensch mit dem Gehör wahrnehmen kann. Schall sind hörbare Schwingungen (Schallwellen) in Gasen, Flüssigkeiten oder festen Stoffen. Je mehr Schwingungen bzw. Schallwellen, desto höher wird der Ton vom Menschen wahrgenommen. Bei unterschiedlichen Tönen, die gleichzeitig erzeugt werden, spricht man von Geräuschen.

Zur Beschreibung der Stärke eines Schallereignisses wird der sogenannte Schalldruckpegel herangezogen. Der Schalldruckpegel wird in der Einheit Dezibel - kurz dB - angegeben. Die Schalldruckpegelskala ist logarithmisch aufgebaut, das heißt eine Verdoppelung des Schalldruckes entspricht einer Zunahme um 3 dB.

Das menschliche Gehör nimmt bei gleichem Schalldruck höhere Töne lauter war als tiefe Töne. Um die vom Menschen wahrgenommene Lautstärke abzubilden wird der sogenannte bewertete Schalldruckpegel, angegeben in dB(A), herangezogen.

Als Lärm werden Geräusche bezeichnet, die auf die Umwelt - und hier insbesondere auf den Menschen - störend, belästigend oder gesundheitsschädigend wirken. Ob Geräusche als Lärm wahrgenommen werden, hängt sehr von der subjektiven Wahrnehmung des Hörenden ab.

Tag-Abend-Nacht-Index (L DEN) zur Beschreibung der allgemeinen Lärmbelästigung. Hierbei handelt es sich um einen 24-Stunden-Mittelungspegel. Im Vergleich zum Tagzeitraum (6-18 Uhr) gewichtet er den Abendzeitraum (18-22 Uhr) und den Nachtzeitraum (22-6 Uhr) aufgrund der unterschiedlichen Ruhebedürfnisse mit einem Zuschlag von 5 bzw. 10 dB(A) auf den mittleren Stundenpegel.

Nachtlärmindex (L Night) zur Beschreibung der nächtlichen Lärmbelästigung für mögliche Schlafstörungen. Hierbei handelt es sich um einen Mittelungspegel, welcher den Nachtzeitraum (22-6 Uhr) umfasst.

Vorläufige Berechnungsmethode zur Ermittlung der Belastetenzahlen durch Umgebungslärm (VBEB)

Schallemissionen sind die von einer Quelle ausgehenden Geräusche. Im Gegensatz hierzu steht die Schallimmission, die die Einwirkung des Schalls auf einen Menschen oder einen Ort beschreibt.

Schallimmission beschreibt die auf einen bestimmten Ort oder eine Person einwirkenden Geräusche. Im Gegensatz hierzu steht die Schallemission, die von einer Quelle ausgehende Geräusche bezeichnet.

Aktiv wird eine Schallschutzmaßnahme genannt, wenn sie an der Schallquelle ansetzt. Aktiver Schallschutz verringert also die Schallemission. Zum aktiven Schallschutz im Straßenverkehr zählen zum Beispiel der Einsatz lärmoptimierter Fahrbahnoberflächen, die Optimierung des Verkehrsflusses oder (zeitlich begrenzte) Fahrverbote.

Passiv wird eine Schallschutzmaßnahme genannt, wenn sie nicht an der Schallquelle, sondern am Empfänger ansetzt. Passiver Schallschutz verringert also die Schallimmission. Zum passiven Schallschutz zählen zum Beispiel Schallschutzfenster, schallgedämmte Fassaden oder die Ausrichtung von Wohn- und Schlafräumen zur lärmabgewandten Gebäudeseite.

Die EG-Umgebungslärmrichtlinie sieht vor, dass Lärmaktionspläne zur Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen aufzustellen sind. Die Richtlinie enthält allerdings keine Regelung, ab wann von Lärmproblemen zu sprechen ist.

Für NRW hat das Umweltministerium daher im Runderlass "Lärmaktionsplanung" sogenannte Auslösewerte festgelegt. Demnach sind in NRW Lärmaktionspläne aufzustellen wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäude der L DEN von 70 dB(A) oder der L Night von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Für Gewerbe- und Industriegebiete gilt dies nicht. Planungen zum Schutz einzelner Objekte sind nicht erforderlich.